Schüler Eltern Lehrer Mediation am ASG

Auf den Schlachtfeldern vor Verdun

Exkursion der beiden 12er-Geschichtskurse

Am 27. Oktober unternahmen wir Schüler der 12er-Geschichtskurse von Frau Himbert und Frau Buschauer eine lehrreiche und sicher auch schockierende Exkursion zu dem Schlachtfeld vor Verdun. Neben dem Kriegsmuseum in Verdun besichtigten wir außerdem noch den Friedhof, auf welchem über 20.000 Soldaten, deutsche wie französische, Christen, wie Muslime und Juden, ihre letzte Ruhe fanden, und das sogenannte Beinhaus, in welchem die nicht identifizierbaren Überreste von weiteren 150.000 Soldaten aufbewahrt werden. 

Insgesamt allerdings sind wohl ca. 300.000 Soldaten auf diesem Schlachtfeld gestorben und 400.000 waren zum Teil schwer verwundet. Allein schon diese Zahlen geben einen Ausblick auf das Ausmaß dieser langwierigen Schlacht um ein paar wenige Kilometer. Auch die Umgebung, die Landschaft auf dem Weg zum Kriegsmuseum, welche von tiefen Kratern und Gräben gezeichnet ist, ließ bei uns Schülern keine Zweifel aufkommen, dass hier mal ein schweres Gefecht stattgefunden hat. Wie schwer, wie brutal und wie sinnlos dies Gefecht allerdings war, zeigte sich dann im Kriegsmuseum. Hier wurde einem klar wie die Menschen auf deutscher und französischer Seite vom Krieg dachten, bevor sie nach Verdun kamen und wie letztendlich das Ergebnis der neuen Kriegsführung aussah.

So waren sowohl die Deutschen als auch die Franzosen von einem kurzen, schnellen Gefecht um das Gebiet um Verdun, bei dem man dem Feind „Aug’-in-Aug’“ gegenüberstand, überzeugt. Was sie jedoch dort erwartete, war ein Stellungskrieg, eingegraben in Schützengräben und unter ständigem Feuer der revolutionierten Kanonen, die nun immer größere und vernichtendere Granaten feuerten. Auch von ihren Rüstungen her waren sie  auf ein solch neuartiges Gefecht überhaupt nicht vorbereitet (z.B.: Pickelhaube teilweise aus Leder; keine Tarnkleidung). Briefe, die von Menschen aus dieser Schlacht stammen, zeigten uns Schülern, das Grauen, welches diese Soldaten erlebt haben müssen, und Schilderungen der Giftgas-Einsätze komplettierten in unseren Köpfen das Bild einer Hölle auf Erden.   

Nach einem kurzen Rundgang im Museum, wo man nicht nur damalige Waffen, sondern auch eine eindrucksvolle, lebensgroße Kriegslandschaft zu sehen bekam, konnten wir Schüler selbst die zerstörerischen Ausmaße der Schlacht um Verdun zumindest ansatzweise erleben. Denn bei der Besichtigung des Dorfes Fleury, fanden wir dort eben kein Dorf vor, sondern nur eine wahllose Ansammlung vor Kratern, vor welchen teilweise Schilder mit Inschriften wie z.B.: „Schule“ standen.  

Danach verließen wir  diese Gegend direkt um Verdun und fuhren mit dem Bus zu der wohl am stärksten umkämpften Anlage des Festungsgürtels um Verdun, nämlich die Festung  bei Douaumont. Dort angekommen wurde uns während der  Besichtigung des Bauwerks, das teilweise eher einer Tropfsteinhöhle  glich, allmählich klar, wie die Bedingungen für die Soldaten gewesen sein müssen, die dort ohne sanitäre Anlagen, elektrisches Licht und frische Luft verharren mussten. Vor allem aber die Granateneinschläge mussten den Soldaten das Leben wohl zur Hölle gemacht haben, denn auch wenn fast keine Granaten wirklich durchschlugen, so verursachten sie aber einen Lärm, der einen glauben lässt, die Trommelfelle würden platzen. Uns Schülern wurde das Geräusch eines Granateneinschlages durch eine 30cm tief fallende Stahlplatte demonstriert und ich für meinen Teil habe gedacht meine Ohren fielen ab.  

Als wir nun mit der Besichtigung der Festung fertig waren, fuhr unser Bus zu dem Beinhaus und einem der vielen Friedhöfe um Verdun. Es waren dann ernste, fast von Trauer erfüllte Gesichter, die wir Schüler nun zeigten.  Beim Anblick dieser Massen an Gräbern wurde es sehr schnell still, hauptsächlich, weil keiner von uns diese regelrechte Verschwendung von Leben wirklich begreifen konnte. 

Auf der Rückfahrt war es nun deutlich ruhiger als auf der Hinfahrt.  Die Fahrt hat wohl vor allem bei uns Schülern ihre Spuren hinterlassen. 

Jonas Welter