Schüler Eltern Lehrer Mediation am ASG

ASG Landessieger beim Plakatwettbewerb der DAK

Bunt statt Blau – Kunst gegen Komasaufen

„Man sagt so leicht ‚Kampftrinken‘ oder  ‚Komasaufen‘. Aus medizinischer Sicht handelt es sich aber um eine Vergiftung, die Akut- und Langzeitschäden hervorrufen kann“, betont Frau Dr. Weber vom Gesundheitsamt Saarlouis. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 26.000 Jugendliche mit Alkoholvergiftungen in Krankenhäuser eingeliefert; diese Zahl hat sich in den letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt. Besonders Besorgnis erregend: 40% der Jugendlichen geben zu, schon einmal beim Komasaufen mitgemacht zu haben, immer mehr davon sind Mädchen.

Anlässlich dieser beunruhigenden Entwicklung hat sich die Deutsche Angestellten Kasse (DAK) zum Ziel gesetzt, Jugendliche für die Gefahren des Alkoholkonsums zu sensibilisieren, indem jedes Jahr ein Plakatwettbewerb unter dem Motto „Bunt statt Blau“ ausgelobt wird. Frau Heck, die am ASG Veranstaltungen zur Suchtprävention durchführt, hatte mit dem Kunstlehrer, Herr Holländer, die Teilnahme am Plakatwettbewerb initiiert: „Mir bot dies die Möglichkeit, mit den Schülern ästhetische Aspekte der Plakatgestaltung im Unterricht zu behandeln, und das Thema kam bei meinen Klassen gut an. Es war also ein prima Anlass.“  Das sieht auch Schulleiter Schmitt so: „Meines Erachtens ist es ausgesprochen wichtig, dass Schule unseren Umgang mit Alkohol thematisiert und kritisch reflektiert.“

In diesem Jahr gewannen Sarah Thiery und Jessica Otto (Klasse 9S1) den landesweiten Ausscheidungswettbewerb. Ihr Plakat wird am ASG in einer Ausstellung der besten Plakate unter 12.500 Einsendungen gezeigt.  Die beiden Schülerinnen kommentieren ihr Plakat wie folgt: „Unser Plakat zeigt, dass Komausaufen zwangsläufig immer im Krankenhaus endet. Die beiden Jugendlichen sind mit der Flasche direkt verbunden und werden durch sie ‚ausgesaugt‘. Ihnen wird Lebensenergie sowie Spaß und Freude entzogen. Wir können nicht verstehen, dass man sich wegen Alkohol so etwas antut. Letztlich kann man beim Komasaufen immer nur der Verlierer sein und mit diesem Verhalten wird man zur ‚Flasche‘.“ Erfreulich ist auch der dritte Platz für Lina Dewes (9S1). 

Herr Balzer von der DAK betonte anlässlich der Ausstellungseröffnung die Qualität der Siegerplakate und deren erzieherischen Wert: „Die Jugendlichen, also unsere Zielgruppe, haben die Plakate selbst gestaltet. Teilweise sind Schockplakate dabei, die Schüler anregen, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Das ist besser als Vorträge zu halten oder Flyer zu verteilen.“ 

„Trinken, bis der Arzt kommt – das ist irreführend. Der Notarzt kommt zwar, doch manchmal kann  auch er nicht mehr helfen.“ Atemlähmungen, das Ausbleiben lebenswichtiger Reflexe – das sind Akutfolgen exzessiven Alkoholkonsums. Nicht weniger schlimm sind die Langzeitschäden, die bei Jugendlichen besonders dramatisch sind, weil sich deren Organe noch in der Entwicklung befinden: „Ganze Hirnregionen verändern sich, die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, das räumliche Denken wird langfristig beeinträchtigt.“ Umso wichtiger sei es, die Hilfsangebote des Landkreises wahrzunehmen, auf die  Frau Jungmann vom Schulamt hinwies: Es existiert ein dichtes Netz von Hilfsangeboten von der AWO über die Caritas bis hin zu einem Arbeitskreis für Suchtprävention, verbunden mit weiteren Angeboten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA).