Schüler Eltern Lehrer Mediation am ASG

Verständigung jenseits der Sprachgrenzen

„Wie frag ich sie nur, ob sie Stifte braucht?“, rätselt Hilal, Klasse 5EF des ASG und meint eine Sekunde später: „Ach was, ich probier’s einfach.“ Kurz darauf ist die Stiftefrage geklärt, und das, obwohl Hilals Nachbarin kaum Deutsch spricht. Auch Hilals Französischkenntnisse sind nach einem halben Jahr Unterricht noch nicht so weit, dass sie sich flüssig mit ihrer Nachbarin verständigen könnte. Aber darum geht es an diesem Vormittag am ASG gerade nicht. Zu Gast sind zwei Klassen des Collège Jacques-Yves Cousteau aus Creutzwald, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 5 des ASG zu basteln und Sport zu treiben. Sprache spielt dabei aber nicht die Hauptrolle.

Rainer Scholtes, einer der verantwortlichen Lehrer am ASG, bestätigt dies: „Es geht um Kontakt, um Abbau von Scheu und Hemmungen beim Einsatz der anderen Sprache. Alle unsere Übungen sind zwar kommunikativ, aber besonders geht es um das Bilden von Freundschaften über Grenzen hinweg.“

Damit dies gelingt, haben sich die Lehrkräfte beider Schulen einiges einfallen lassen. Gemeinsam werden Ostereier bemalt und in selbst gebastelte Nester gesetzt. Dabei liegen die Bastelanleitungen zweisprachig vor. „Le fil – c’est ca?“, fragt eine deutsche Schülerin Herrn Guinemer, Lehrkraft am Collège. Und Herr Guinemer antwortet in deutscher und französischer Sprache. Auch Frau Serf vom ASG eilt von Tisch zu Tisch, um Hilfestellung zu geben, falls es mit der Verständigung nicht ganz klappt. Und im Notfall kann man ja in der Bastelanleitung den deutschen Satz suchen und dann abzählen, wie die französische Übersetzung lautet.

An jedem Tisch im Raum wird gebastelt, und an jedem Tisch sitzen deutsche und französische Schüler gemeinsam. Viel geschieht zunächst noch in Zeichensprache, doch nach und nach benutzen alle erste Fragen und Sätze in der Sprache des Anderen. Da werden Eier mit verschiedenen Materialien beklebt, die Serviettentechnik kommt zum Einsatz, alle Arten von Farben werden auf die ausgeblasenen Eier aufgetragen. Und dass „Ei“ auf Französisch „oeuf“ heißt, das haben alle gleich begriffen. Natürlich kommt es beim gemeinsamen Basteln auch zu kulturellem Austausch, wenn beispielsweise deutsche und französische Ostersymbole ausgemalt, ausgeschnitten und anschließend kommentiert werden.

Unterstützt werden die Lehrkräfte durch freiwillige Schülerinnen und Schüler, die gerne bei diesem Austausch helfen. „Das ist ja eine Gelegenheit, bei der ich auch mein Französisch verbessern kann“, meint Annick, Klasse 9LS.

Da zu einem Gemeinschaftserlebnis auch das gemeinsame Essen gehört, speisen die Schülerinnen und Schüler gemeinsam in der Schulkantine. Anschließend veranstaltet Frau Leidinger Frühlingsspiele in der Turnhalle.

Bleibt nur noch zu sagen: „Frohe Ostern! Joyeuses Pâques!“