Schüler Eltern Lehrer Mediation am ASG

ASG-Reporter im Gespräch

Schüler: Könnten Sie sich mal bitte vorstellen?

Elternsprecher:Mein Name ist Marc Schommer, ich bin Betriebswirt, habe in Mannheim Internationale BWL studiert, bin Leiter einer Sprachenschule in Saarlouis und bin Professor für Kommunikationswissenschaften unter anderem an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg.

Was macht ein Elternsprecher genau, also was sind seine Aufgaben?

Ein Elternsprecher ist die Stimme der Eltern, also vertritt er gegenüber der Schulleitung oder gegenüber anderen Institutionen die Meinung aller Eltern der Schule, das ist die Hauptaufgabe. Es ist aber auch wichtig mit in den Schulalltag integriert zu sein. Es ist nicht nur Aufgabe des Elternsprechers bei Konflikten da zu sein, sondern es ist auch so, dass der Elternsprecher sich auch mit in die Organisation der Schule einbringen oder vielleicht verschiedene Projekte begleiten kann. Unter anderem auch solch schöne Dinge wie Schulfeste oder ähnliches. Er wird aber auch bei Entscheidungen, die für die Schule wichtig sind, in verschiedenen Gremien wie Gesamtkonferenzen oder Elternkonferenzen hinzugezogen, um dort dann Sachverhalte zu besprechen, wie es mit der Schule weitergeht oder was im Moment aktuell an der Schule läuft.

 Also auch um den Eltern eine Stimme zu geben um bei der Schule mitbestimmen zu können.

 Ja, genau.

 Ok, und warum wollten Sie Elternsprecher werden?

 Ich war schon Elternsprecher während der Kindergartenzeit meiner Tochter. Danach auch in der kompletten Grundschulzeit Schulelternsprecher, weil mir die Schullaufbahn meiner Tochter am Herzen liegt und weil ich sehr, sehr gerne viel mit jungen Menschen zusammenarbeite, unter anderem auch an der Uni. Das Weiterkommen und die Ausbildung der jungen Menschen sind wichtig, und wenn ich mich da auf eine Art mit einbringen kann, dann ist das schon für mich sehr sinnvoll.

 Wie werden Sie sich für die Eltern einsetzen, also wie haben Sie vor die Interessen der Eltern durchsetzen zu können?

 Ich stehe über die Homepage natürlich mit der neu eingerichteten E-Mail-Adresse zur Verfügung, wenn jemand der Eltern mal meine Unterstützung braucht. Grundsätzlich ist es sinnvoll, bei Klärungsbedarf direkt zu der Fachkraft, also zu dem Lehrer oder der Lehrerin zu gehen und die Dinge zu anzusprechen oder aber auch über mich ist das möglich, wenn jemand eine Stimme haben will und sagt: „Naja, ich habe so etwas bedenken, dass vielleicht meine Tochter oder mein Sohn dann bei dem Fachlehrer nicht mehr so den Stand hat wie vorher oder anders bewertet wird.“ Dann kann man das natürlich auch anonym über mich machen und Konflikte oder Sachverhalte ansprechen lassen. Allgemein Themen, die die Schule betreffen, bei denen die Eltern sagen: „Könnte man verbessern, das stört uns.“ Es gibt da manchmal Dinge, die nicht nur von einem Elternteil oder von dreien, sondern von vielen Eltern der Schule als verbesserungswürdig angesehen werden, diese sind dann auch meine Aufgabe an die Schulleitung heranzutragen und zu schauen ob eine Umsetzung möglich ist.

 Welche Projekte haben Sie in Planung?

 Welche Klasse seid ihr jetzt?

 In der achten.

 Ich werde euch dann wahrscheinlich im nächsten oder übernächsten Jahr im Fach Kommunikation/Präsentation in der Projektwoche haben. In der Woche werde ich euch dann unterrichten, da Kommunikation auch mein Thema an der Universität ist. Ich werde in verschiedenen Themen auch selbst als externer Dozent für euch da sein und Euch zeigen, wie ihr euch oder ein Thema besser präsentieren und die Nervosität und die Angst vor einem Vortrag abbauen könnt. Das sind so die direkten Projekte. Ich bin weiterhin in der Fachschaft Deutsch und in der Fachschaft Wirtschaft, so dass ich auch dort, so hoffe ich denn, etwas unterstützen kann. Ja, mal schauen, ich war noch nie auf einer Fachschaftssitzung.

 Wenn ich mal fragen darf, sie meinten eben „Kommunikationswissenschaften“, was ist das genau?

 Das sind mehrere Bausteine, das ist einmal die Kommunikationspsychologie, also: wie spreche ich mit Menschen, wie gehe ich mit Konflikten um, wie gehe ich mit mir selbst in solchen Situationen um? Vielleicht kennt ihr das, wenn ihr verbal attackiert werdet, dann geht man oftmals automatisch in die Rechtfertigung oder man geht in Konfrontation mit der anderen Person. Natürlich nur verbal. Um einen Konflikt zu lösen, gibt es einfache Vorgehensweisen, wenn man sich selber kontrollieren kann. Dann aber auch die Soft-Skills: Präsentation, wie trete ich auf, wie präsentiere ich mich, wie spreche ich mit anderen Menschen um das verständlich zu machen was ich sagen möchte? Viele reden sehr viel und der andere gegenüber fragt sich: „Was will er mir jetzt eigentlich sagen?“ Ich sage bei meinen Studenten auch oft den Satz: “Es ist nicht richtig, wenn ich sage, du hast mich falsch verstanden, es ist besser zu sagen, ich habe mich falsch ausgedrückt“, denn in der Kommunikation ist es so, dass ich mich so ausdrücken muss, dass ich davon ausgehen kann, dass der andere mich versteht. Das ist meine Aufgabe, also Kommunikation allgemein, Rhetorik natürlich, Kommunikationspsychologie, aber auch diese Soft-Skills, wie Präsentationen, Meetings leiten, Reden halten, usw.

 Ok, also die Situation mit anderen Menschen zu kommunizieren.

 Richtig. Mitarbeiterführung ist auch ein großes Thema: Wie führe ich ein Team, wie führe ich eine Niederlassung? Wie funktioniert ein Team im inneren und nach außen, mit Führung oder ohne Führung? Es ist sehr, sehr spannend, weil es nicht so trocken ist. In Mathe ist immer 1 und 1 gleich 2. Bei der Kommunikation ist es natürlich jedes Mal ganz individuell und ganz anders.

 Es ist ja auch aktuell! Es ist ja immer noch so, daas man heute auch noch mit anderen Menschen kommuniziert.

 Ja.

 Ja. Das war unser Interview. Vielen Dank.

 Schon fertig?

 Ja, eigentlich war es das.

 Ok. Also ich freu mich drauf den Unterricht bei euch begleiten zu können. Es kann richtig Spaß machen

 Ja, es ist mal was anderes, es ist mal eine Abwechslung.

 Ich werde einen Gegenstand mitbringen, den ihr nicht googlen könnt und ihr müsst eine Produktpräsentation für diesen Gegenstand machen. Ihr müsst dem Gegenstand einen Namen geben, ihr müsst ihm Funktionen geben, ihr müsst auch ein Produktnamen entwickeln und eine Produktpräsentation daraus machen. Das wird eine ganz spannende Sache und ich glaube auch sehr, sehr interessant und jeder darf da so seine Soft-Skills dann etwas weiterentwickeln. Es geht wirklich dann darum, im geschützten Rahmen so eine Präsentation oder so eine kleine Rede einfach mal zu üben, denn wenn ihr nachher eine Ausbildung oder ein Studium macht, dann ist das etwas, was ihr überall machen müsst, ganz egal welchen Beruf ihr annehmt. Deshalb ist es dann gut, wenn wir das im Rahmen von so einer Produktpräsentation machen können. Das macht auch sehr viel Spaß.

 Es ist auch einfach mal eine Abwechslung mal nicht immer Google und so zu nehmen.

 Also ihr könnt alles nutzen, ihr könnt auch Power Point benutzen, ihr könnt auch den Beamer benutzen, ihr könnt es aufmalen, ihr könnt es auch als Werbespot machen. Es soll kein Theaterspiel sein, sondern es soll wirklich so aufgebaut sein, dass es ums Produkt geht. Vielleicht kennt ihr "Höhle der Löwen"?

 Ja.

 Das ist so ein bisschen so eine Art Pitch: Wie präsentiere ich mein Produkt? Wie präsentiere ich mich?

 Ja, also auch, dass man jetzt nicht nur nach dem Abitur später in die Welt rausgeht, sondern dass man das auch mal geübt hat. Also man weiß, wie man präsentieren kann und nicht einfach vom Lehrer gesagt bekommt „Ihr müsst eine Präsentation halten“, sondern man kriegt auch mal gesagt, man kann so und so die Präsentation auffrischen .

 Ja, auch wie gehe ich mit der Angst um, wie gehe ich mit der Angst um vor Menschen zu spreche? Je nach Situation passiert mir es heute noch, dass ich dann vor einem Vortrag nervös bin, und das ist ganz normal. Das ist auch Ok, das muss man auch zulassen. Wichtig ist dann: Wie gehe ich mit der Situation um, wenn ich die schwitzigen Hände bekomme oder den trockenen Mund? Wie gehe ich mit der Prüfungsangst um? Wie kann ich solche Situationen meistern? Egal, ob ihr euch vorstellen müsst, ob ihr nachher in einer leitenden Funktion arbeitet, ob ihr im Studium seid, ihr werdet immer vor Menschen sprechen müssen. Ob das jetzt eine kleine Gruppe von 5 Zuhörern ist oder ob das 50 Leute im Unternehmen sind, irgendwann kommt immer diese Situation. Wenn man das zuvor in einem geschützten Rahmen schon mal geübt hat, dann ein Feedback bekommt, fällt es leichter.

 Ja, es ist auch immer was anderes, ob man jetzt vor der Klasse mit den Menschen, die man kennt und denen man teilweise vertraut, spricht, als wenn man vor komplett fremden Menschen reden muss.

 Ja, es ist was anderes, es gibt ganz viele die auch wiederum vor den Menschen die sie kennen am nervösesten sind. Also die einen haben Probleme damit vor unbekannten Menschen zu sprechen und die anderen haben ein Problem, gerade vor bekannten Menschen zu sprechen. Ja, dann gibt es immer dieses "HIHIHIHI".

Weiterhin kann ich vielleicht auch die Schule zum Thema Berufsorientierung unterstützen. Ich war vor drei Wochen im Gespräch mit dem Ausbildungsleiter der Dillinger Hütte. Der hatte auch einige tolle Ideen, gemeinsam mit den bereits bestehenden Kooperationspartner der Schule.

 Ach!?

 Die Nemak ist ein Kooperationspartner, die Data One ist ein Kooperationspartner, vielleicht können wir die Dillinger Hütte auch noch mit dazu nehmen. Die Frage, die sich euch immer stellt ist doch: Wo soll und wo kann ich mein Praktikum machen? Habt ihr euer Praktikum schon gemacht?

 Nein, das machen wir in der neunten Klasse.

 Es ist oftmals sehr schade, dass ihr Euer Praktikum nicht in dem Wunschberuf machen könnt.

 Ja, es ist ja oft so, dass man das Praktikum irgendwo macht und sich dann später eigentlich doch noch komplett umentscheidet, und dann hat man eigentlich gar kein Einblick in diesen Beruf gehabt.

 Ihr habt alle irgendeine Idee, wo es hingehen könnte oder was euch liegt, welche Neigung ihr habt, welcher Beruf spannend sein könnte. Wenn man das Praktikum in diesem Beruf macht, hat man schon ein Bild von den Tätigkeiten. Finde ich sehr sinnvoll. Mal schauen, ob wir da in die Richtung was hinbekommen.